vom 28.07.2020

Lebendig oder begraben?

Spannende Studie zum Barbara-Brauchtum

Heilige Barbara

Siegburg. Vor den Ferien wurden die besten Facharbeiten am Anno-Gymnasium prämiert. Einen Preis erhielt Amelia Faber für ihre im Fach Englisch bilingual abgefasste Arbeit "Boots and branches - where and how do the traditions of the holy Barbara live on or have they passed?“. Vereinfacht zu Deutsch: "Stiefel und Zweige - lebt die Barbaratradition fort oder ist sie ausgestorben?“. Amelia zu ihrer Intention: "Begonnen habe ich mit meiner Facharbeit im Dezember, da ich wie jedes Jahr am vierten Dezember, dem Barbaratag, kleine süße Überraschungen in meinen Schuhen fand. Dies brachte mich auf die Idee nachzuforschen, woher die Tradition kommt, was dahinter steckt und wer sonst noch diesen Brauch praktiziert." Die Themen liegen also auf der Straße (beziehungswiese im Stiefel), man muss sie nur aufheben! Das Ziel der Facharbeit ist die Einschätzung, welche Bedeutung das Brauchtum der heiligen Barbara in Deutschland hat und darüber hinaus eine begründete Bewertung zur Zukunftsperspektive zu geben. Auf Basis mehrerer Befragungen von Vertretern der Bistümer sowie Experten und Privatpersonen werden regionale Unterschiede und Bedeutungen ausdifferenziert. Zudem wurde die Verteilung der Barbarapatrozinien in Deutschland grafisch ausgewertet, um weitere Rückschlüsse auf die Verbreitung schlussfolgern zu können. Erkennbar wird, dass die Bedeutung der Barbara in ehemaligen Bergbauregionen höher einzuschätzen ist - die Heilige ist die Patronin der Untertageleute -, letztendlich aber nur noch vereinzelt fortgeführt werden wird. Auf Basis einer Literaturauswertung befasst sich die Facharbeit ergänzend mit dem Ursprung und den vielen unterschiedlichen Formen des Brauchtums. Thematisch ist sie für Historiker, Brauchtumsforscher und Gläubige gleichermaßen interessant. Wenn man denn des Englischen mächtig ist...Das Resümee von Fachlehrer Micheal Lorenz wollen wir Ihnen nicht vorenthalten: "Amelias Arbeit ist eine der besten Facharbeiten, die ich in den letzten Jahren lesen durfte. Die Autorin hat zu ihrem Thema anhand personalisierter Fragebögen detaillierte Feldstudien betrieben und das Ergebnis geht weit über die Erwartungen an eine wissenschaftspropädeutische Arbeit hinaus. Auch sprachlich überzeugt sie in besonderem Maße.“ Foto: Die Hl. Barbara grüßte von einem Gemälde im Refektorium der Benediktinerabtei auf dem Michaelsberg.