vom 20.05.2020

Schwimmen unter Auflagen

Oktopus-Freibad öffnet am Samstag

Siegburg. "Vor einigen Wochen hätte ich noch nicht geglaubt, dass die Freibäder in diesem Sommer öffnen. Und das habe ich damals auch für richtig gehalten." Doch die Einschätzung von Bürgermeister Franz Huhn hat sich geändert. Nachdem die Landesregierung erklärt hat, dass Freibäder wieder öffnen dürfen und Virologen - nach derzeitigem Kenntnisstand - davon ausgehen, dass das Corona-Virus im Wasser nicht übertragbar ist (sofern man auch dort die Abstandsregeln einhält), fiel daher der Entschluss: Auch das Oktopus-Freibad wird in diesem Sommer für die Badegäste da sein. Los geht es am Samstag, 23. Mai, geschwommen werden kann dann täglich von 10 bis 20 Uhr - allerdings mit Einschränkungen.

Das Konzept sieht nach aktuellem Stand wie folgt aus, kann aber, sofern neue Entwicklungen dies notwendig machen, jederzeit und kurzfristig an neue Situationen angepasst werden: So dürfen maximal 500 Personen täglich das Freibad besuchen. Die Tickets müssen online über die Homepage des Schwimmbads im Vorverkauf erworben werden. Dies geht maximal zwei Tage im Voraus und für höchstens fünf Personen. Auch Jahreskarteninhaber müssen sich über das Portal eine Freikarte ausdrucken oder auf das Smartphone laden. Die Sammelumkleiden und -duschen bleiben geschlossen, die Einzelkabinen sind jedoch geöffnet. Die große Wasserrutschbahn sowie der Sprungturm bleiben geschlossen, die Edelstahlrutsche im Nichtschwimmerbecken ist eingeschränkt nutzbar. Im Eingangsbereich, auch in der Warteschlange, sowie in allen geschlossenen Räumen ist eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Das Wasser wird nur von der Sonne und mit Hilfe von Solarenergie beheizt. "Derzeit haben wir 17 Grad Celsius Wassertemperatur", sagt André Kuchheuser, Vorstand der Stadtbetriebe Siegburg, die das Freizeitbad betreiben.

Oktopus-Betriebsleiter Denis Jakobs betont, dass "die typischerweise ohnehin schon hohen Hygienestandards noch einmal deutlich intensiviert werden". Dazu zählen unter anderem kürzere Reinigungsintervalle und zusätzliche Desinfektionsspender. Im Unglücksfall stehen dem Personal Beatmungsmasken und Rettungsbretter zur Verfügung, um mögliche Infektionswege zu minimieren. "Zudem arbeiten wir in Teams, die Übergabe wird per Videochat erfolgen."

Sowohl Huhn wie auch Kuchheuser betonen, dass die Öffnung "wirtschaftlich ein totaler Wahnsinn" sei. Doch mit Blick auf einen möglichen neuen Jahrhundertsommer und Familien, die nach monatelangen Kita- und Schulschließungen an der Belastungsgrenze angelangt sind, sieht Huhn "eine sozialpolitische Verantwortung", solche Freizeitangebote zu schaffen. Daher fordert er, den Erlösausfall durch den geplanten Rettungsschirm für die Kommunen auszugleichen.

Foto: Franz Huhn, André Kuchheuser, Denis Jakobs und Rita Gaines-Willems aus der Oktopus-Verwaltung blicken gespannt auf einen ungewöhnlichen Badesommer 2020.

Drei Männer stehen am Beckenrand eines Schwimmbads, daneben sitzt eine Frau