Masterplan Haufeld

Der städtische Planungsausschuss hat die Stadtverwaltung mit der Durchführung eines "moderierten Werkstattprozesses" für ein Areal nordwestlich des Siegburger Bahnhofs ("Haufeld") beauftragt. Die Abgrenzung des Planungsareals finden Sie rechtsbündig.

Die Bebauungsmöglichkeiten sind in Siegburg als flächenkleinster Kommune im Kreis mit zudem umfangreichen Nutzungsbeschränkungen bekanntlich weitgehend erschöpft, insbesondere für gewerbliche Zwecke. Neben dem Gewerbegebiet Zange II, das aber noch umfassender Aufschüttungsmaßnahmen bedarf, ist die genannte Fläche die einzige Möglichkeit, zusätzliche Gewerbebetriebe in Siegburg anzusiedeln. Die unmittelbare Nachbarschaft zum ICE Bahnhof mit seiner optimalen Anbindung an die Zentren Frankfurt, Köln, Düsseldorf sowie die innerstädtische Lage machen diesen Standort hoch attraktiv für Unternehmen im Dienstleistungsgewerbe. Es muss das Ziel für die Wirtschaftsförderung in Siegburg sein, hier arbeitsplatz-und gewerbesteuerintensive Betriebe anzusiedeln zu versuchen. Wenn in Zukunft die begonnenen Erschließungsmaßnahmen (Aufschüttungen) des Gewerbegebiets Zange II in 2019 beendet sein werden, darf Wohnbebauung im Planungsgebiet nicht ausgeschlossen werden.

Die angestrebte modulare Entwicklung erfordert ein neues städtebauliches Konzept, das den Anforderungen an die Umgebung, der Integration in den gewachsenen Stadtteilen wie auch an die Wirtschaftlichkeit genügen muss. Um die städtebauliche Qualität am Standort zu sichern, hat sich die Stadt Siegburg entschlossen, eine moderierte Mehrfachbeauftragung offen und kooperativ mit drei interdisziplinären Planungsteams, besetzt aus Stadt- und Freiraumplanern, durchzuführen.

Das Ergebnis der Mehrfachbeauftragung sollen drei städtebauliche Konzepte sein, um mit diesen dann in einen qualifizierten Dialog mit der interessierten Stadtöffentlichkeit in Siegburg einzutreten. Im weiteren Prozess wird mit Widerspiegelung aller weiteren Interessenslagen aus der Öffentlichkeit und den Fachämtern ein Masterplan für eine modulare Entwicklung mit größtmöglicher Akzeptanz von Politik, Verwaltung, Eigentümern und Öffentlichkeit entwickelt. Dieser wird dann als Grundlage für notwendige Maßnahmen dienen, um das Plangebiet städtebaulich neu zu ordnen.

Ziel des Verfahrens ist die Definition einer adäquaten und nachhaltigen Nutzung der vorhandenen Flächen sowie eine städtebauliche Neuordnung und Aufwertung der Gesamtsituation unter Berücksichtigung und Sicherung gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse (Schallschutz, Besonnung und Klimaschutz).

Der Masterplan soll ein städtebaulich robustes Grundkonzept bilden und zu nachhaltigen Gebäudefigurationen für innerstädtisches Leben, Handeln, Arbeiten und Wohnen führen.

Was ist ein Masterplan?

Ein Masterplan ist ein städtebaulicher Begriff für die Planung eines bestimmten räumlichen Bereiches und wird häufig von Kommunen genutzt, um für einen größeren gekennzeichneten Bereich eine gesamtheitliche, städtebauliche Planung vorzusehen. Masterpläne zeigen eine Strategie auf, die für einen längeren Zeitraum vorgesehen sind, jedoch auch im Laufe des Planungsprozesses optimiert werden können. Das Verfahren, bzw. die Aufstellung des Verfahrens ist rechtlich nicht genau definiert und bietet allen Beteiligten (Bürgerinnen und Bürger, Architekten, Landschaftsplaner, Kommune etc.) einen großen Spielraum an Entwicklungspotentialen.


Masterplan Haufeld