11.01.2018

Freundschaft bis in den Tod

Warum die Siegburger Germania auf einer Beerdigung in Tokio sang

Siegburg. Wenn von der "völkerverbindenden Kraft des Chorgesangs" die Rede ist, dann mag das die eine oder der andere belächeln, für die Sänger der Siegburger Germania jedoch war und ist das eine Realität.

Auf den vielen Chorreisen ins Ausland und den Gegenbesuchen der ausländischen Chöre wurden Freundschaften geschlossen, die lebenslang anhielten. Als die Sänger der "Tokyo Liedertafel" 1968 Gäste der Germania waren, beherbergte Klaus Lüdke den Tenor Fumio Nakazawa und hielt per Brief mit ihm Kontakt. Als Lüdke im Jahre 2002 auf einer Japan-Bergtour in Tokio weilte, kam es zweimal zu einem Treffen. Und als nun der japanische Sänger 2017 nach langer Krankheit starb, erhielt Lüdke eine E-Mail seiner Tochter Misako mit der Todesnachricht. Während normalerweise bei einer japanischen Beerdigung ein Mönch aus den Sutras, den Lehrreden Buddhas, vorliest, wurden hier Lieder des Romantikers Franz Schubert eingespielt, zu denen der japanische Chor mit dem deutschen Namen "Liedertafel" eine besonders innige Beziehung hat. Danach ertönten Chorwerke vom gemeinsamen Konzert der Germania mit der Liedertafel in Siegburg. Die Mail schließt mit den Worten: "Mein Vater hat immer viel über Deutschland erzählt, auch über Klaus und seine Familie. Deutschland war "sein" Land, war seine Sehnsucht und sein Stolz. Die Erlebnisse in Deutschland bei den Konzerten und den Begegnungen mit den Sängern blieben lebenslang seine Schätze." Foto: Tiefe Freundschaft zwischen Fumio Nakazawa (l.) und Klaus Lüdke.


11.01.2018 - Luedke-Germania

Klaus Lüdke und Tenor Fumio Nakazawa