12.01.2018

Streetworker auf dem Deichhaus

Arbeit wird auch 2018 fortgesetzt

Siegburg. Unzutreffende Spekulationen über eine angebliche Kappung der Jugendarbeit im Stadtteil Deichhaus machten in den letzten Tagen die Runde.

Deshalb an dieser Stelle ein paar Richtigstellungen. Worum geht es? Finanziert durch die Stadt und in deren Auftrag betreibt die katholische Jugendagentur Bonn das Jugendzentrum "Juze" an der Frankfurter Straße. Jugendliche - vorwiegend zwischen 10 und 18 Jahren - finden dort Angebote für Freizeitgestaltung und erhalten fachliche Beratung zu allen Fragen und Problemen ihres Alltags. 2016 hat das Land NRW ein Förderprojekt initiiert, mit dem vor allem die Personalkosten von sogenannten "Streetworkern" finanziert werden. Streetworker ergänzen das Angebot eines lokalen Jugendtreffs um Aktivitäten außerhalb der Einrichtung. Sie suchen die Jugendlichen auf, die sich schwer damit tun, ein Jugendzentrum zu besuchen und stattdessen den Großteil ihrer Freizeit im Freien auf öffentlichen Plätzen verbringen. Sie sollen durch aufsuchende Jugendarbeit bei Bedarf in ihren Lebenslagen unterstützt und wenn nötig an entsprechende Hilfesysteme angebunden werden. Die Jugendagentur Bonn hatte 2015 entsprechende Landesmittel beantragt und eine Förderung für eine Streetworkerstelle erhalten. 90 Prozent der Kosten finanzierte das Land, 10 Prozent wurden aus einer städtischen Stiftung bereitgestellt. Die Landesförderung war allerdings von Anfang an bis zum 31. Dezember 2017 befristet. Das Projekt wurde nicht mehr verlängert. Bereits im Herbst haben Stadt und Jugendagentur deshalb gemeinsam nach Lösungen gesucht, um die erfolgreich begonnene Arbeit fortsetzen zu können. Seitens der Stadt sind im Entwurf des Haushaltsplans zusätzliche Mittel für eine Stellenaufstockung des Jugendzentrums vorgesehen. Ergänzt durch private Spenden gelingt es damit, das Projekt fort zu führen. Die Aufgaben des Jugendtreffs werden um eine "aufsuchende Jugendarbeit" erweitert, mit der inhaltlich ein nahtloser Übergang zur bisherigen Arbeit sichergestellt ist. Bürgermeister Huhn freut sich besonders über das private Engagement. Dies sei sicher nicht selbstverständlich, zeige aber, dass man als Stadt auch bei der Bürgerschaft erfolgreich für soziale Projekte werben könne, wenn man überzeugende Konzepte vermittelt. Foto (Spengler, von links): Die Streetworker Selcuk Celik und Purity Kosgei stellten sich 2016 bei Bürgermeister Franz Huhn vor. Ganz rechts die Leiterin des Jugendzentrums "Juze", Tanja Lorenzen.


12.01.2018 - Streetworker

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